veröffentlicht am 6. März 2017 in ALLE BEITRÄGE von
 

Zuhause in Sicherheit und Freiheit leben – aber wie?

Carola Neumann, Produktberaterin und Expertin für SicherheitDas Gefühl, in diesem Land nicht mehr sicher zu sein, beruht auf Tatsachen, die mehr und mehr Bürger im Alltag erleben müssen, wenn sie Verbrechensopfer geworden sind. Nur wird das begreiflicherweise in der Öffentlichkeit nicht in dem Maße thematisiert, wie es notwendig wäre. Denn würde das geschehen, wäre das die Bankrotterklärung des Staates. Denn obwohl auch dieser Staat von den Steuereinnahmen lebt, die die rechtschaffenen Bürger generieren, versagt er kläglich bei seinem Kernauftrag, die Sicherheit zu gewährleisten, die Privatsphäre und das Eigentum der Bürger zu schützen. Wenn es nur bei etwa 2,6 Prozent der erfaßten Einbrüche überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommt, dann hat der Staat seinen Vertrag mit den Bürgern, diesen als Gegenleistung für dessen Abgabenleistung zu schützen, einseitig aufgekündigt. Welche Motive er dabei möglicherweise hat, ist schlicht unerheblich.

 

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis

Jeder Mensch aber braucht Sicherheit, vor allem die in den eigenen vier Wänden, um sich geborgen fühlen und frei entfalten zu können. Um einfach nur friedlich leben zu können, ist diese Sicherheit geradezu ein Grundbedürfnis. Wenn der Staat mit seinem Polizeiapparat und seiner Justiz nicht mehr in der Lage oder Willens ist, seine Kernaufgabe zu erfüllen, dann müssen die Bürger zur Selbsthilfe greifen. D.h. sie müssen für ihren Schutz selbst sorgen, im wahrsten Sinne des Wortes den Selbstschutz organisieren. Und das mit den Mitteln, die derzeit möglich sind. Es liegt auf der Hand, daß es sich hier in erster Linie um technische Sicherungsmaßnahmen der eigenen vier Wände handeln dürfte.

Auch 2017 hat sich, was die Kriminalitätsentwicklung angeht, und hier besonders die Zahl der Wohnungseinbrüche und der Delikte an der Wohnungstür bzw. Haustür kaum etwas geändert. Die statistischen Auswertungen für das Jahr 2016 wird man in diesem Frühjahr serviert bekommen. Was das Jahr 2015 angeht, so sei nach Meldungen vom Oktober letzten Jahres ein starker Aufwärtstrend bei Einbrüchen in der Statistik zu verzeichnen gewesen. So seien 2015 mehr als 167.000 Einbrüche registriert worden, was einem Anstieg von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche.

 

Gerichtsverfahren in nur 2,6 Prozent aller Fälle

Seien 1998 noch 32,3 Prozent der Diebstahldelikte von den Ermittlern aufgeklärt worden, seien es 2015 nur noch 27 Prozent gewesen. Das ist aber natürlich nur ein Teil der brutalen Wirklichkeit. Nur in 2,6 Prozent der Fälle kam es schließlich auch zu einem Gerichtsverfahren wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ am 16. Februar 2016 meldete. Zu diesem Ergebnis war Professor Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen gekommen. Dies habe die Auswertung von 3668 von der Polizei im Jahr 2010 in Berlin, Bremerhaven, Hannover, München und Stuttgart registrierten Einbrüchen ergeben Das niederschmetternde Ergebnis: Nur in 2,6 Prozent der Fälle sei es schließlich zu einem Gerichtsverfahren gegen einen oder mehrere Verdächtige gekommen.

 

Staatliche Aufklärungsquote ist Verschleierung

Und jedermann weiß natürlich abseits aller Desinformation und Verschleierung, daß ein Gerichtsverfahren noch lange keine Verurteilung bedeutet in einem Land, wo Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von Tätern mehr Gewicht haben als der Schutz der Menschen, die einfach nur sicher und frei leben wollen. Bei über zwei Drittel aller Fälle, die von der Polizei mit der Ermittlung eines Tatverdächtigen als aufgeklärt verbucht worden seien, habe die Staatsanwaltschaft die Beweislage für zu dünn gehalten, ergab die KFN-Untersuchung. Sei es schließlich doch zu einer Anklage gekommen, so seien davon etwa 75 Prozent der Tatverdächtigen verurteilt worden. Zur Überführung von Tätern hätten sich vor allem Fingerabdrücke und DNA-Spuren sowie Videoaufzeichnungen von Überwachungskameras als erfolgreich erwiesen.

Das Bundeskriminalamt gibt jedenfalls für die letzten Jahre eine Aufklärungsquote von etwa 15,5 Prozent bundesweit an. Diese Zahl, die heute gewiß nicht höher sein dürfte, soll möglicherweise eine alternative Wirklichkeit vermitteln. „In der polizeilichen Kriminalstatistik gilt ein Fall nämlich als aufgeklärt, sobald die Polizei mindestens einen Tatverdächtigen namentlich nennen kann – auch wenn die Polizisten schließlich keine oder nur unzureichende Beweise gegen diesen finden.“

 

Technischer Einbruchschutz ist eine Alternative

Dieser Staat setzt durch Untätigkeit die Sicherheit seiner Bürger aufs Spiel. Da ist natürlich Selbsthilfe das Gebot der Stunde. Aber was kann nun der friedliche Bürger tun, um sich und sein Eigentum zu schützen?

Wie es die Praxis immer wieder zeige, seien mechanische Sicherungen an Türen und Fernstern wirlich sinnvoll. Laut KFN würden hier die meisten Einbruchversuche scheitern. Vor allem Pilzkopfverriegelungen, Mehrpunktverriegelungen und Querriegelschlösser seien die besten Mechanismen, um Einbrecher und Diebe aufzuhalten. Damit könne man schon für ein paar Hundert Euro ein Haus absichern. Hier wollen wir nicht widersprechen. Eine einbruchhemmende Haustür, ein quer dahinter liegendes Panzerriegelschloß und Fenster mit Sicherheitsglas, Pilzkopfverriegelungen und abschließbare Fenstergriffe sind sehr gut dazu geeignet, die allermeisten Einbruchversuche schon im Ansatz scheitern zu lassen.

 

Prävention Türspionkameras und Überwachungskameras

Wenn dann noch eine Türspionkamera und/oder eine WLAN-Kamera vorhanden ist, wird damit nicht nur die eigene Sicherheit durch Aufklärung erhöht, wer vor der Tür steht, sondern auch Beweismaterial im Fall des Falles gesichert. Beides verhindert in Abwesenheit gewiß nicht den Einbruch, trägt aber wenigstens möglicherweise zur Verurteilung der Banditen bei. Und es kann kein Nachteil sein, zu wissen wer vor der Tür steht, bevor man diese öffnet.

Als Hauseigentümer sollte man zudem auch über die Montage von sichtbaren Überwachungskameras nachdenken. Ganz unabhängig von der möglichen Sicherung von Beweismaterial ist die präventive Wirkung zwar nicht in Statistiken zu erfassen, aber es ist unbestritten, daß durch Überwachungskameras vor allem kontrolliert agierende Personen abgehalten werden – also Einbrecher. Das ist vielleicht auch der Grund, warum die Akzeptanz für Überwachungskameras und anderen technischen Einbruchschutz wie zum Beispiel auch Alarmanlagen stark gestiegen ist. Je nachdem, was gerade mal wieder passiert ist, soll Akzeptanz für Überwachungskameras zwischen 50 und 80 Prozent liegen. Tendenz sicher steigend.

 

Datenschutz gegen legitimes Sicherheitsbedürfnis

Bei allen Überlegungen sollte immer klar sein, daß man bestimmte Sicherheitstechnik nicht immer so anwenden kann, wie es notwendig wäre und wie man es daher gerne hätte. Derselbe Staat, der seine Steuern zahlenden Bürger gegen die Kriminellen im Stich läßt, versagt ihnen nicht nur den Schutz, sondern behindert mit seinen Vorschriften, die nur die Täter schützt, vielfach den effektiven und legitimen Selbstschutz. Darüber sollte sich jeder, der sich sinnvolle Sicherheitstechnik anschafft, im Klaren sein.

Wie bei so vielen anderen Dingen stellt sich hier die Frage, was legal und legitim ist. Ohne jetzt zur Gesetzesverletzung aufrufen zu wollen, diese Frage kann jeder um seine Sicherheit besorgte Bürger nur für sich selbst beantworten. Es sei aber die Frage erlaubt, für wen der sogenannte Datenschutz gut sein soll? Wer hat etwas davon? Ein Datenschutz jedenfalls, der nur dafür sorgt, daß der rechtschaffene und friedliche Bürger Schwierigkeiten bekommt, wenn er sich und sein Eigentum schützt, gehört abgeschafft…

 

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