Die Haus- oder Wohnungseingangstür optimal sichern

Der größte Teil der Einbrecher sind Gelegenheitstäter

Das Gefühl von Sicherheit spielt für jeden Hausbesitzer eine große Rolle. Noch nie war es in Deutschland, was die Sicherheitslage angeht, so unsicher wie heute. Kein Wunder, daß die Sicherheit für jeden Hausbesitzer aber auch jeden Mieter einer Wohnung eine große Rolle spielt. Eine Türspionkamera im Zusammenspiel mit vielen anderen Maßnahmen ist immer eine sinnvolle Maßnahme. Das Sicherheitsgefühl wäre tatsächlich völlig hinüber, wenn die Bewohner jedoch wüßten, wie einfach herkömmliche Zylinderschlösser binnen Sekunden mit einem kleinen elektrischen Werkzeug zu öffnen sind. Professionelle Einbrecher kennen dieses Werkzeug natürlich. Da nützt dann natürlich die „sicherste“ Tür nichts, wenn das Herzstück einer Tür, das Schloss, in nur wenigen Sekunden beschädigungslos zu öffnen ist. Und so ist es ebenfalls auch kaum verwunderlich, daß laut Statistik alle 120 Sekunden in Deutschland ein Einbruchsversuch stattfindet – mindestens! Jährlich kommen hierzulande mehr als 500.000 Einbrüche zusammen. Aber das sind auch nur die, die bei der Polizei angezeigt werden. Die Dunkelziffer ist hoch.

 

80 Prozent der Wohnungseinbrüche finden am Tage statt

Carola Neumann, Als Produktberaterin immer für Sie da!Etwa 80 Prozent der Einbrüche in Wohnungen und Häuser finden am hellichten Tage statt, denn den Ganoven, die nach ihren Beutezügen zumeist wieder im Ausland verschwinden, ist es völlig egal, ob sich jemand im Haus befindet oder nicht. Auch die Polizei wird hier kaum noch ernst genommen. Besonders betroffen sind übrigens Einfamilienhäuser mit herkömmlichen Hauseingangstüren und Nebeneingangstüren. Für die bevorzugten Opfer der Kriminellen gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder in ein sicheres Land auszuwandern, oder selbst für Sicherheit zu sorgen. Neben der Installation einer Türspionkamera, die zwar keinen Einbruch verhindert, wohl aber bei der Aufklärung helfen kann, bieten sich natürlich stabile Haus- und Wohnungseingangstüren aus Aluminium oder Vollholz mit modernen Schließsystemen an, die erst einmal zumindest den Gelegenheitseinbrecher abhalten.

Ein Großteil der Einbrecher sind Gelegenheitstäter, welche eine Schwachstelle (nicht einbruchsichere Türrahmen oder nicht mit dem Schlüssel abgeschlossene Türen) bemerken und sofort zur Tat schreiten. Daneben gibt es aber auch professionelle Einbrecher, welche besonders in Urlaubszeiten mit besseren Werkzeugen auf Beutetour gehen. Doch jeder Einbrecher bricht den Einbruchversuch ab, wenn die Tür stabil und einbruchhemmend ist und zu viel Zeit und Mühen bei der kriminellen Öffnung kostet. Wirklich einbruchsichere Türen gibt es nicht, und selbst Qualitätstüren können keinen einhundertprozentigen Einbruchschutz garantieren, aber die Chance auf einen Mißerfolg des Einbrechers erheblich erhöhen.

 

Einbruchhemmende Haustüren

Einhundertprozentige Sicherheit gibt es, wie gesagt, nicht. Auch nicht mit einbruchhemmenden Qualitäts-Haustüren und -Wohnungstüren. Die Produkte aus hochwertigem Material wie zum Beispiel Aluminium und moderner und zugleich zuverlässiger Sicherheitstechnik halten in der Regel aber den Gelegenheitseinbrecher auf. Dem professionellen Einbrecher mit entsprechendem Werkzeug wird der Einbruch wenigstens nicht ganz so einfach gemacht. Den besten Schutz bieten naheliegenderweise hochwertige Aluminiumtüren. Wer hingegen, wenn es um Sicherheit geht, auf Kunststofftüren setzt, hat schon verloren – so oder so. Wer also etwas für ein Mehr an Sicherheit tun möchte, kommt nicht darum herum, in moderne Sicherheitstechnik, zu der neben der Türspionkamera moderne Schließsysteme gehören, zu investieren.

 

Schwachstelle im Haus ist jeder Eingangsbereich

Eine Schwachstelle ist prinzipiell jede Öffnung in einem Haus, also auch und gerade die Eingangstür. Besonders problematisch ist dieser Umstand für Mieter von Wohnungen, denn der Vermieter hat lediglich die Verpflichtung, die Wohnungseingangstür mit einem Schloss zu versehen. Und das ist in der Regel viel zu wenig. Für Verbesserungen der Türsicherheit durch zusätzliche Beschläge und Schlösser wird also im Zweifel der Mieter selbst aufkommen müssen.

Das Mehr an Sicherheit sollte es aber wert sein, denn gerade ältere Personen werden schnell zum Opfer, wenn der Eingangsbereich nicht wenigstens mit Mindeststandards gesichert ist. Dazu gehören Bolzensicherungen auf der Bandseite, die ein Aushebeln der Tür verhindern. Dreiriegel-Hakenschlösser, die fest in der Zarge einrasten, Rundrosetten und versenkte Schließzylinder mit Ziehschutz. Das alles nützt natürlich nichts, wenn das Türblatt aus Röhrenspan besteht und leicht mit zwei oder drei Fußtritten zertrümmert werden kann. Alle vorgenannten Sicherungsmaßnahmen ergeben nur einen Sinn, wenn das Türblatt zum Beispiel der Wohnungseingangstür aus mindestens 40 Millimeter starkem Vollholz besteht.

 

Tür ist nur so stark wie schwächste Stelle

Wie immer ist auch die Wohnungseingangstür nur so stark und sicher wie das schwächste Teil. Oft ist dies der der Türrahmen, der bisweilen nicht besonders stabil ist, weil er nicht fest genug mit dem Mauerwerk verbunden ist. Um hier mehr Stabilität und Sicherheit zu bekommen, gibt es spezielle drei Millimeter starke Schließbleche, die mehrfach im Mauerwerk verankert werden. Zusammen mit einer Türspionkamera und eventuell einem Querriegelschloss ist eine derart gesicherte Wohnungseingangstür in der Lage, lange genug zu widerstehen, um entweder dem Bewohner die Gelegenheit zu geben, Hilfe zu holen, oder den Einbrecher zu entmutigen. Statistisch gesehen lassen Einbrecher von ihrem Vorhaben in der Regel ab, wenn sie nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten zum Erfolg kommen und die Tür öffnen können.

 

Merkmale einer einbruchhemmenden Tür

Da bieten sich natürlich einbruchhemmende Türen an. Bei einbruchhemmenden Haustüren und Wohnungseingangstüren sind typische Schwachstellen so verstärkt bzw. gesichert, daß sie gewalttätigen Einwirkungen von außen viel länger standhalten als herkömmliche Türen. Allerdings ist eine Tür immer nur so sicher wie das Schloss. Deshalb sind einbruchhemmende Türschlösser mit speziellen Zylindern, Schutzbeschlägen und Schließblechen ausgestattet, die den Einbruchswerkzeugen weniger Angriffspunkte bieten. Das Kalkül hinter einbruchhemmenden Haustüren und Wohnungseingangstüren ist, daß der Einbrecher viel Zeit verliert und währenddessen Gefahr läuft, entdeckt zu werden, dabei gestört wird und daher den Einbruchsversuch abbricht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Gelegenheitseinbrecher beim Anblick einer optimal gesicherten Tür gleich weiterziehen und es bei einem einfacheren Angriffsziel versuchen. Damit wäre der Zweck der einbruchhemmenden Tür vollumfänglich erfüllt.

 

Die Widerstandsklassen und ihre Anforderungen

Einbruchhemmende Türen sind übrigens in sechs Widerstandsklassen erhältlich. Dabei wird für Privatwohnungen eine Eingangstür der Widerstandsklasse 2 oder 3 empfohlen. Eingangstüren bei gewerblichem Eigentum wie Apotheken, Banken usw. sollten mit Türen der Widerstandsklassen 4 – 6 ausgerüstet sein.

Eine Tür der Widerstandsklasse 1 soll das Aufbrechen durch einfache körperliche Gewalt verhindern können. Eine Tür der Widerstandsklasse 2 soll 3 Minuten dem Aufhebeln einzelner Bauteile mit Hilfe einfacher Werkzeuge wie Schraubendreher oder Zange standhalten. Bei der Widerstandsklasse 3 soll die Tür 5 Minuten dem Angriff durch weitere einfache Werkzeuge standhalten. Widerstandsklasse 4 bietet Schutz für 10 Minuten bei einem direkten Angriff auf Türblatt und Rahmen mittels eines Bohrers und/oder Schlagwerkzeugen. Widerstandsklasse 5 und 6 sollen 15 bzw. 20 Minuten dem Angriff von leistungsstärkeren Elektrowerkzeugen widerstehen, die geeignet sind, einzelne Türabschnitte wie Schloss, Rahmen und Angeln zu zerstören, zu demontieren oder zu öffnen.

 

Keine Sicherheit ohne Mehrfachverriegelung

Eine Einfachverriegelung sollte in unsicheren Zeiten wie heute nicht mehr verwendet werden, denn das ist geradezu eine Einladung an jeden Einbrecher, einmal die so ungeschützte Wohnung aufzusuchen. Im Grunde kann man da die Tür auch gleich offen stehen lassen. Ein Schließsystem mit einer 3-fach-Verriegelung, die heute der Standard sein sollte, bietet da schon einen gewissen Schutz, denn selbst wenn die Tür nur zugezogen und nicht abgeschlossen ist, schließen bei der 3-fach-Verriegelung zwei Fallriegel automatisch. Bei 3-, 5-, 7- oder 9-fach-Veriegelungen befinden sich zusätzliche Fallriegel oberhalb und unterhalb des Hauptschlosses und werden gleichzeitig bei jedem Schließvorgang geschlossen.

Für eine einbruchhemmende Haustür nach Widerstandsklasse 2 sind eine 3-fach-Verrieglung (Schloss + 2 Schwenkriegel), eine durchgehende Schließleiste, eine Griffgarnitur mit Zylinderabdeckung und ein Profilzylinder Klasse 2 mit Bohrschutz erforderlich. Besser ist es aber, eine Haustür auf Widerstandsklasse 3 zu bringen. Hier wird neben einer durchgehenden Schließleiste und einer Griffgarnitur mit Zylinderabdeckung eine 5-fache Verrieglung (Schloss + 4 Schwenkriegel) gefordert sowie ein Profilzylinder Klasse 2 mit Bohrschutz und Kernziehschutz.

 

Eine Sicherung der Türbänder ist notwendig

Die Türbänder sind mit Bolzen zu sichern, um das Aushebeln einer Haustür zu erschweren oder unmöglich zu machen. Die sogenannte Bandseitensicherung verbindet durch Bolzen in den Scharnierbereichen bei geschlossener Tür Türzarge und Türblatt. Es ist nun sehr wichtig, daß die Tür Bänder innen liegen, was bei einer einwärts öffnenden Tür sowieso immer der Fall ist, um Manipulationen zu verhindern. Wichtig sind zudem dreiteilige Rollenbänder, die ein Aushebeln mit normalen Werkzeugen praktisch unmöglich machen.

 

Schwachstellen bei Türzarge vermeiden

Eine erhöhte Sicherheit der Türanlage kann durch verdeckt liegende Schließbleche erreicht werden. Dabei ist das Schließblech nicht sichtbar, wenn die Tür geschlossen ist. So kann das Schließblech, das aus mindestens 3 Millimeter starkem Stahl gefertigt sein sollte, nicht einfach direkt angegriffen werden. Zusätzlichen Schutz bietet übrigens eine Zarge mit Doppelfalz, die ein Aushebeln sehr erschwert. Es versteht sich dabei von selbst, daß die Zarge fest mit der Wand verbunden angebracht werden muß. Zudem darf es keinen Hohlraum zwischen Zarge und Boden geben, um Hebelwerkzeugen keinen Ansatzpunkt zu bieten.

 

Schwachstelle bei Haustür und Wohnungseingangstür

Egal was man dem Bürger, der um seine Sicherheit besorgt ist, im Fachhandel und/oder in Beratungsstellen zum Thema Türschloss sagt, es ist meistens Unfug. Denn jedes herkömmliche Schloss, ganz gleich welcher Qualität, ist mit einem elektrischen Spezialwerkzeug, das jeder frei kaufen kann, in Sekunden ganz ohne Gewalteinwirkung zu öffen. Wer das einmal zum Beispiel auf Youtube gesehen hat, hat zu keinem herkömmlichen Türschloss mehr das geringste Vertrauen. Denn im Grunde steht jede Tür dem offen, der dieses Werkzeug dabei hat, das zudem mit Akku betrieben werden kann und kaum Geräusche macht. Herkömmliche Türschlösser halten allenfalls den Gelegenheitseinbrecher ab. Allerdings gibt es dagegen einen Schutz, indem man auf herkömmliche Schlösser bei Türen einfach ganz verzichtet. Mindestens sollte jedoch ein herkömmliches Türschloss durch einen elektronischen Zylinder ersetzt werden.

Die beste Alternative für mehr Sicherheit ist hier als Ergänzung zu sinnvollen mechanischen Türsicherungen aber ein elektronisches Sicherungssystem. Dazu gehören zum Beispiel die schlüssellose Zutrittskontrolle per Code, Karte oder Fingerabdruck. Ein Schließmechanismus mit individuellem Schlüssel, der durch Scannen des Fingerabdruckes funktioniert, ist sehr sicher, da kein menschlicher Fingerabdruck dem anderen gleicht. Auch ein Zahlencode durch Eingabe eines Pincodes auf einem Keypad ist sehr sicher. Gemeinsam haben diese Schließsysteme, daß sie sehr teuer sind und im Grunde auch nur einen Sinn ergeben, wenn die alte Haustür gleich gegen eine neue einbruchhemmende Qualitätstür aus Aluminium ersetzt wird.

 

Förderung von sicheren und energieeffizienten Haustüren

Der Bund will dem lawinenartigen Anstieg von Einbrüchen in Häuser und Wohnungen durch finanzielle Förderung für besseren Einbruchschutz begegnen. Für Hausbesitzer und Mieter gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Kredite beim Austausch einer alten Tür. Unter dem Punkt „Altersgerechtes Umbauen“ fördert die KfW den Austausch als „Maßnahme zum Schutz vor Wohnungseinbruch“. Einmal gibt es hier den KfW-455-Zuschuß für Privatpersonen bis 5.000 Euro pro Wohneinheit. Die zweite Option ist der KfW-159-Kredit ab 0,75 % effektiven Jahreszins bis 50.000 Euro pro Wohneinheit.

Wer in den Genuß dieser Förderungen beim Austausch der alten Haustür bzw. Wohnungseingangstür gegen eine neue einbruchhemmende und energieeffiziente kommen möchte, muß dies vor der Umbaumaßnahme bei der KfW beantragen und zum Beispiel den Kredit innerhalb von drei Monaten für das zugeschriebene Projekt verwenden. Einzelheiten hierzu erfährt man bei der KfW.

Eine Förderung ergibt auf jeden Fall einen Sinn, um eine wirklich einbruchhemmende Haustür bzw. Wohnungseingangstür zu bekommen, die mit den geschilderten Zusatzmaßnahmen und auch der Ausrüstung mit einer Türspionkamera ein wesentlich größeres Maß an Sicherheit garantiert.