veröffentlicht am 27. April 2017 in ALLE BEITRÄGE von
 

Polizeiliche Kriminalstatistik für 2016 wurde vorgestellt

Carola Neumann hat die Polizeiliche Kriminalstatistik gelesenAls am Montag, den 24. April 2017 der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2016 vorstellte, hielt er sich lange Zeit damit auf, über die „Erfolge“ zu reden. Erfolge bei der Kriminalitätsbekämpfung. Hier führte er den angeblichen Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen um 9,5 Prozent an. Erstmals seit vielen Jahren sei hier die Entwicklung rückläufig. Man mag das glauben, oder eben auch nicht. Fakt ist, dass in der Polizeiliche Kriminalstatistik nur die Delikte aufgeführt sind, die auch zur Anzeige gebracht werden. Weil viele Bürger wissen, dass kaum jemals Einbrecher gefasst und dann auch verurteilt werden, verzichten hier schon viele Geschädigte auf eine Anzeige, zumal dann, wenn ohnehin nicht damit zu rechnen ist, dass die Versicherung zahlt. Die Dunkelziffer dürfte gerade bei den Wohnungseinbrüchen extrem hoch sein, was die „Erfolge“, die der Bundesinnenminister gerne hätte, sehr relativieren dürfte.

 

Bundesinnenminister meldet „mehr Gewaltdelikte aller Art“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière freute sich natürlich darüber, dass die Gesamtzahl der Straftaten 2016 mit 6,37 Millionen im Vergleich zum Jahr davor trotz der Zunahme der Bevölkerung (durch vielfach kriminelle „Flüchtlinge“) annähernd gleich geblieben sei. „Die Zahl der in Deutschland verübten Straftaten ist im Wesentlichen gleichgeblieben“, sagte Bundesinnenminister de Maizière. Die Aufklärungsquote habe den höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Es gebe jedoch „viel Licht und viel Schatten“: also weniger Wohnungseinbrüche, Ladendiebstähle und Betrug – aber dafür „mehr Gewaltdelikte aller Art“.

 

52,7 Prozent mehr tatverdächtige „Zuwanderer“

Ob der Bürger darüber erfreut sein kann, ist unwahrscheinlich, denn innerhalb der ausufernden Kriminalität in Deutschland, die vielen Bewohnern der größeren Städte das Leben sauer macht, gab es eine Zunahme der Gewalttaten und Drogendelikte. Bei der Gewaltkriminalität wurden 193.542 Fälle verzeichnet, was eine Zunahme von 6,7 Prozent bedeutet. Vor allem die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen nahm um 9,9 Prozent auf 140.033 Fälle zu. Und wir wissen nicht erst seit der berüchtigten Silvesternacht in Köln, dass die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen immer mehr zunimmt. Für das Jahr 2016 stieg sie um 12,8 Prozent auf 7.919. Kaum verwunderlich auch, dass es im vorigen Jahr 174.438 tatverdächtige „Zuwanderer“ gab, was ein Zuwachs um 52,7 Prozent ist. Deutschland ist schon lange kein sicherer Ort für Einheimische mehr. Und wer schon ein wenig älter ist, erinnert sich noch an die Zeit, wo man auch in der Dunkelheit keine Angst auf den Straßen haben musste. Ja, kaum zu glauben, vor 30 Jahren konnte man auch als Frau noch alleine ausgehen.

 

Polizeiliche Kriminalstatistik liefert geschönte Ergebnisse

Natürlich kann man davon ausgehen, dass mit allerlei Tricks, die bei der statistischen Erfassung möglich sind, auch die 150 Seiten umfassende Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 geschönte Ergebnisse liefert. Denn man muss es immer wieder betonen, erfasst werden nur die bei der Polizei angezeigten Delikte, bzw. Delikte für die es Verdächtige gibt. Der alltägliche Straßenterror, offene Drogenszenen usw. gelten bei vielen schon als normal. Fakt ist: Das Leben war in Deutschland in vielen Gegenden, vor allem in den Städten, noch nie so unsicher wie heute. Das wird zum Beispiel jeder ohne weiteres bestätigen können, der seine Tochter nicht mehr allein längere Wege machen lässt. Die Angst, dass etwas passieren kann, ist zum ständigen Begleiter geworden.

 

Die alltägliche Angst vor Übergriffen

Fein verpackt in politisch korrekter Ausdrucksweise muss eingeräumt werden, dass es mit der öffentlichen und allgemeinen Sicherheit in diesem Lande nicht mehr weit her ist. Entsprechend schwindet das Sicherheitsgefühl – vor allem bei Frauen. Entsprechend einer Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ von Anfang Januar 2017 glauben 58 Prozent der befragten Frauen, dass Deutschland für sie persönlich unsicherer geworden ist. 48 Prozent der befragten Frauen meiden als Konsequenz daraus bereits bestimmte Gebiete in ihrem Wohnort, 16 Prozent würden Pfefferspray nach Einbruch der Dunkelheit bei sich tragen – noch mehr überlegen sich, sich Pfefferspray zuzulegen, was eine Umfrage der „Bild“-Zeitung aus demselben Zeitraum ergab.

Wenig später, am 07.02.2017, wurde entsprechend einer Befragung des Instituts Infratest Dimap in der FAZ gemeldet, dass 27 Prozent der befragten Frauen sagten, sie fühlten sich in der Öffentlichkeit „eher unsicher“ oder sogar „sehr unsicher“. Dass sogar 34 Prozent der Frauen sagten, sie fühlten sich „in den letzten zwei Jahren infolge der Zuwanderung zunehmend unsicher“. Und dass 62 Prozent der Frauen sagten, sie mieden „abends bestimmte Straßen, Parks oder Plätze“. Und dass 36 Prozent derjenigen, die dies sagten, angeben, dies seit zwei Jahren häufiger zu tun. Die Öffentlichen Verkehrsmittel meiden 31 Prozent der von Infratest Dimap befragten Frauen, 45 Prozent tut dies seit zwei Jahren so. 13 Prozent der befragten Frauen haben Reizgas in der Tasche. Und konsequenterweise setzen 65 Prozent von diesen Frauen häufiger als vor zwei Jahren auf den Selbstschutz.

 

Sicherheitsempfinden nahe dem Nullpunkt?

Dass das Sicherheitsempfinden nicht nur bei vielen Einheimischen, sondern gerade auch bei Ausländern stark zurückgeht, die Deutschland besuchen, wurde am 26. April 2017 bekannt. Viele von diesen wissen wohl, wie sicher es früher hier einmal war und vergleichen das mit den heutigen Zuständen. Das Schweizer Weltwirtschaftsforum aus Davos veröffentlichte wie alle zwei Jahre den „Travel and Tourism Competitiveness Report 2017“. Aus diesem geht hervor, dass Deutschland in der Kategorie Sicherheit nur noch auf Platz 51 liegt, 31 Plätze schlechter als noch 2015. Bewertet werden die Länder der Welt nach ihrer Reisesicherheit. Länder wie Ruanda und Oman kommen jedoch unter die ersten zehn Plätze.

Das allgemeine Sicherheitsempfinden unter Geschäftsreisenden gegenüber Deutschland sei stark gesunken. Das jedenfalls meinen rund 200 Geschäftsleute, die von Tausenden Befragten ihre persönliche Wahrnehmung nach einer Reise nach Deutschland kundtaten. Andere europäische Nachbarstaaten wurden noch schlechter in Sachen Sicherheit bewertet. So liege Frankreich auf Platz 67, Italien auf Platz 70 und Großbritannien auf Platz 78.

 

Städte werden oft als feindliche Umgebung wahrgenommen

Die Studie fußt natürlich nicht auf repräsentativen Daten, sondern auf persönlichen Wahrnehmungen. Aber nehmen mittlerweile immer mehr Einheimische nicht auch viele deutsche Städte als feindliche Umgebung wahr? Ist es nicht tatsächlich so, dass das Sicherheitsgefühl hierzulande gerade in den letzten beiden Jahrzehnten schwere Schläge hinnehmen musste? Ist es nicht so, dass der rechtschaffene Bürger sich selbst schützen muss, weil von Politik, Polizei und Justiz keine ausreichende Hilfe zu erwarten ist? Warum greift der Bürger wohl in starkem Maße zu Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen und Türspionkameras? Weil es in Deutschland so sicher ist?

Da, wo ein Staat sein Staatsvolk im Stich lässt und möglicherweise dabei ist, sich ein neues zu suchen, gibt es viele Dinge, die jeder tun kann und tun muss. Zunächst einmal sollte man sich und seine Familie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln selbst schützen. Eine Türspionkamera und weitere Sicherheitstechnik können da natürlich nur ein Anfang sein. Der legitime Selbstschutz des Bürgers ist das Gebot der Stunde.

 

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